Workshops

WORKSHOP.01
Take the power back – Wie kann sich eine Zivilgesellschaft gegen rechte Angriffe behaupten? (Andreas Hässler)

(Extrem) Rechte Akteur*innen, verbuchten in den letzten Jahren einige Geländegewinne. Aus dieser Position heraus greifen sie mit ihren gewachsenen Möglichkeiten zivilgesellschaftliches Engagement an. Egal ob lokales Bündnis gegen Rechts, engagierte Einzelperson oder staatliche Einrichtungen der politischen Bildungsarbeit – wer sich für eine menschenrechtsorientierte und demokratische Gesellschaft einsetzt, dem schlägt oft eine scharfe Brise entgegen. Wie kann eine demokratische Zivilgesellschaft darauf reagieren? Und wie können eigene Themen wieder mehr in den Vordergrund gerückt werden? Der Workshop lädt dazu ein, sich über verschiedene Gegenstrategien auszutauschen und eigene Ansätze zu entwickeln.

Andreas Hässler ist Historiker, freier Referent in der politischen Bildungsarbeit und tätig in der Beratungsarbeit gegen extreme Rechte. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Auseinandersetzung mit Strategien der sogenannten „neuen Rechten“.

WORKSHOP.02
Die Mitte und der Genderwahn (Simone Rafael)

Die rechte Sphäre Deutschlands ist inhaltlich bisweilen ausdifferenziert, wenn wir etwa auf Rassismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit schauen. Auf ein Thema aber können sich alle einigen, von NS-verherrlichenden Neonazis bis zur nationalistischen AfD, von hippen “Identitären” bis zu biederer “Pegida”: Das Wettern gegen einen vermeintlichen “Genderwahn”. Warum ist das so? Welche Gedanken empören Rechte, wenn sie vom Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit oder sexuelle Vielfalt hören? Und warum ist es so wichtig, dass wir als demokratische Gesellschaft klare Antworten finden?

Simone Rafael ist studierte Publizistin und Kunsthistorikerin. Von 2009 bis 2017 leitete sie als Chefredakteurin www.Netz-gegen-Nazis.de, das Internetportal mit Rat und Tat gegen Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung und der Wochenzeitung DIE ZEIT. 2017 wurde die Website überarbeitet und neu benannt: Nun ist sie Chefredakteurin von „Belltower.News – Netz für digitale Zivilgesellschaft“.

WORKSHOP.03
Naturschutz und Rechtsextremismus (Yannick Passeik)

Seit Jahren engagiert sich auch die extreme Rechte gegen Atomenergie und Gentechnik, für Tierschutz und Biolandwirtschaft. Für viele Menschen passt das nicht zusammen: Sie verorten Natur- und Umweltschutz eher im linkspolitischen Spektrum. Dabei ist rechtes Gedankengut im Naturschutz keineswegs ein neues Phänomen. Der deutsche Natur- und Umweltschutz hat eine lange Geschichte. Diese ist eben nicht so eng mit liberalen Strömungen, der Sozialdemokratie oder gar sozialistischen Ideen verknüpft wie gemeinhin angenommen wird. Vielmehr waren es zumeist konservative bis faschistische Ideen, die sowohl der ökologischen Wissenschaft als auch der ökologischen Bewegung ihren Stempel aufgedrückt hat. Der Workshop bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit sich mit den historischen und aktuellen Verknüpfungen von Natur- und Umweltschutz mit extrem rechten und völkischen Strömungen auseinanderzusetzen. Ziel des Workshops ist es Anknüpfungspunkte und Schnittmengen für extrem rechtes Gedankengut im Natur- und Umweltschutz identifizieren und so Unterwanderungsstrategien entgegen wirken zu können.

Yannick Passeick arbeitet seit Ende 2017 bei der Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN). In seinem Studium der Politik- und Rechtswissenschaften in Bielefeld und Helsinki hat er sich vertieft mit rechten und konservativen Ideologien beschäftigt.

WORKSHOP.04
Macht der Worte – Was haben meine Worte mit meinen Gedanken und meiner Einstellung zu tun? (Sylvia Holzhäuer)

In einer Gesellschaft, in der Rassismus herrscht, wird keine rassismusfreie Sprache verwendet. Durch die unreflektierte Verwendung von etablierten, rassistischen Worten wird der bestehende Rassismus permanent reproduziert. Auch wenn wir bewusst versuchen, rassistische Begriffe aus unserem Sprachgebrauch zu streichen, sind wir vor rassistischer Sprache nicht sicher. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der eigenen Wortwahl kann ein Ausgangspunkt dafür sein, die eigene Sprache und das eigene Denken zu hinterfragen und zu ändern. Dieser Workshop bietet einen Einblick in die „Normalität der Sprache“ und sensibilisiert die Teilnehmenden für ihren Alltag. Die Teilnehmenden erwartet ein interaktives, kurzweiliges und forderndes Training für Dialoge auf Augenhöhe.

Sylvia Holzhäuer von „SIMAMA = Steh auf!“ ist Soziologin, Coach für Interkulturelle Kompetenz und Empowerment-Trainerin. „SIMAMA = Steh auf!“® ist eine unabhängige Migrant*innenselbstorganisation mit dem Ziel, sich für neue Bürger*innen, Zugewanderte, Asylsuchende, deren gleichberechtige Beteiligung in dieser demokratischen Gesellschaft und für gemeinnützige Arbeit einzusetzen.

WORKSHOP.05
Zivilcourage – Selbstverständlich?! (Noomi Arndt und Annette Ganter)

Verbale und körperliche Übergriffe auf Menschen of Colour häufen sich, auch rassistische Denk- und Sprechweisen gewinnen zunehmend an Salonfähigkeit. Viele Menschen stellen sich daher die Fragen: Wie erkenne ich solche Denk- und Sprechweisen? Wie entgegene ich rassistischen Kommentaren und Verhaltensweisen ohne mich selbst zu gefährden? Kann ich als Einzelperson überhaupt etwas bewirken? Diese Fragen und noch mehr möchten wir gemeinsam mit Interessierten im Workshop “Zivilcourage – Selbstverständlich?!“ diskutieren, um anschließend Handlungsoptionen zu entwickeln.

Noomi Arndt ist Soziologin mit Schwerpunkten auf Rassismusforschung und interkultureller Bildung. Neben ihrer Tätigkeit beim Jugendmigrationsdienst engagiert sie sich ehrenamtlich bei der Antidiskriminierungsstelle.

Annette Ganter ist Soziologin mit Schwerpunkten auf die Rassismusforschung und interkulturelle Bildung. Sie leitet die Antidiskriminierungsstelle in Karlsruhe und arbeitet gleichzeitig in Teilzeit beim Jugendmigrationsdienst in Karlsruhe.

WORKSHOP.06
Da.Gegen.Rede – Wie umgehen mit Hate-Speech? (Mathieu Coquelin)

Die Teilnehmenden werden für Hass im Netz sensibilisiert und durch das Aufzeigen von Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Hate Speech gestärkt. Es geht um das Erkennen von Möglichkeiten der Meldewege und Gegenstrategien, sowie einen Überblick über die relevanten Akteur*innen im Themenfeld. Der Workshop zeigt Ansätze für die Arbeit mit Jugendlichen auf, um Sensibilisierungsschwerpunkte im Themenfeld setzen zu können.

Mathieu Coquelin arbeitet seit 2015 in der Fachstelle Extremismusdistanzierung (FEX) des Demokratiezentrums Baden-Württemberg. FEX wird verantwortet und umgesetzt von der Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg e. V. und ist fester Bestandteil des Demokratiezentrums Baden-Württemberg.