Beten für eine solidarische Gesellschaft

Kirchen und Religionsgemeinschaften in Karlsruhe laden ein zu einem multireligiösen Gebet für Gemeinsinn und gesellschaftlichen Zusammenhalt am Montag, 21. Februar, 17:30 – 18:00 Uhr, Marktplatz Karlsruhe vor dem Rathaus.

Die Auseinandersetzung um angemessene staatliche Maßnahmen gegen die Pandemie ist grundsätzlicher geworden. Die gesellschaftlichen Spannungen nehmen zu, einige Corona-Gegner*innen radikalisieren sich und stellen zunehmend auch Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Frage. Gleichzeitig beklagen wir noch immer weltweit zahllose Opfer der Pandemie. Kirchen und Religionsgemeinschaften sorgen sich um den Schutz des Lebens und um die psychischen, sozialen und gesundheitlichen Belastungen der Menschen durch die Pandemie. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen beten wir für einen friedlichen Dialog und für die Stärkung des Gemeinsinns auf der Basis von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Der Geist des Egoismus darf unser Zusammenleben nicht bestimmen.

Unseren gemeinsamen thematischen Schwerpunkt haben wir bei diesem Gebet auf Solidarität in Zeiten der Pandemie gelegt, werden diesen aber individuell ggf. auf aktuelle Ereignisse (Ukraine, Gedenken an Hanau,…) ausdehnen.

Zwei Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau

Aufruf

Für Solidarität und Respekt

Ein Zeichen setzen für unsere Stadt in Zeiten von Corona

Wir wollen am Montag, den 31. Januar 2022 ab 18:00 Uhr als Stadtgesellschaft auf dem Marktplatz ein Zeichen der Solidarität setzen

(wenn möglich mit einer Kerze oder einem Licht)!

Die meisten Karlsruher*innen üben seit März 2020 große Solidarität in dieser Corona-Pandemie. Viele unterstützen sich gegenseitig, halten Abstand, tragen Masken, lassen sich impfen und versuchen so, die Gesellschaft bestmöglich vor dem Virus und seinen Auswirkungen zu schützen. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen, im Sozialbereich und im Handel arbeiten seit langem über ihre Kräfte hinaus. Die Grenzen der Belastung sind dabei längst überschritten. 

Wir möchten an diesem Montag an die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen erinnern, die sich teilweise über die Belastungsgrenze hinaus verausgaben, sei es in Krankenhäusern, Rettungsdiensten, Pflegeeinrichtungen, in der Sozialen Arbeit, in Beratungseinrichtungen, im Handel oder in den Verwaltungen.

Wir gedenken der über 800 Todesopfer im Stadt- und Landkreis und der Menschen, die bis heute allein in Karlsruhe unter schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch das Virus leiden. 

Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die sich während der Pandemie für die Allgemeinheit eingesetzt haben und nach wie vor einsetzen.

Setzen wir ein Zeichen für Solidarität und Respekt, für Mitdenken und Mitfühlen! Mit Maske! Mit Impfung!

Teilnahmebedingungen:

– mindestens OP-Maske oder FFP-2-Maske (empfohlen!)

– Mindestabstand 1,50m

– bei Erkältungssymptomen bitte zuhause bleiben

Wir freuen uns auf Sie!

Markus Barton, Geschäftsführer der AWO Karlsruhe gGmbH

Dieter Bürk, Vorsitzender des DGB Stadtverbandes Karlsruhe

Wolfgang Stoll, Direktor des Diakonischen Werkes Karlsruhe

Karlsruhe – Hand in Hand Menschenkette am 24.Jan. 2022

gegen Verschwörungsmythen und Rechte Hetze

Mitdenken. Mitfühlen. Mit Maske. Mit Impfung

Die Menschenkette letzte Woche war ein riesiger Erfolg! 800 Menschen haben gemeinsam gezeigt: Verschwörungsmythen und Rechte Hetze haben keinen Platz in Karlsruhe – daran wollen wir diesen Montag, 24. Januar ab 17:45 Uhr auf dem Marktplatz anschließen und hoffen, dass wir Zahl von letzter Woche nochmal übertreffen können!

Querdenken ist keine einheitliche Bewegung. Es finden sich Gruppen zusammen, die in Erscheinungsbild, Alter oder Bildungsgrad unterschiedlicher nicht sein könnten. Es finden sich Impfgegner*innen, Reichsbürger*innen, Anthroposoph*innen und Esoteriker*innen. Eine einheitliche politische Ideologie hat sich bislang nicht herausgebildet. Doch sie befinden sich in einem Prozess der Selbstradikalisierung, was sich unter anderem in verbalen und körperlichen Übergriffen auf Menschen, die im Einzelhandel oder im Gesundheitswesen arbeiten, zeigt.

Sie sind vielleicht nicht alle Rechtsextreme. Aber sie marschieren mit ihnen. Sie sehen sich selbst vielleicht nicht als Antisemit*innen, ziehen jedoch historische Verbindungen zwischen sich und den Opfern des Nationalsozialismus und verteilen gelbe Sterne mit der Aufschrift „ungeimpft“. Die Narrative, die sie bedienen, sind Teil rechter Ideologien, sie sind von Grund auf antisemitisch und antidemokratisch. Sie haben in unserer Gesellschaft, weder in Karlsruhe noch sonst irgendwo einen rechtmäßigen Platz.

Das heißt nicht, dass wir die Maßnahmen der Regierung alle stillschweigend gutheißen. Inhaltliche Kritik ist mehr als legitim. In Fabriken arbeiten Menschen weiter tagtäglich mit hunderten um sich herum, während sie ihre freizeitlichen Kontakte auf Null runterfahren. So etwas zeigt einerseits, wie uneinheitlich die Regierung den gesundheitlichen Schutz und die Eindämmung des Virus‘ vorantreibt und andererseits wie kurzfristig solche Maßnahmen gedacht werden. Die aktuelle Stärke der Coronaleugner*innen-Bewegung spiegelt den Vertrauensverlust in die Pandemiepolitik der Bundes- und Landesregierungen wider, die wiederholt das baldige Ende der Pandemie und damit der Einschränkungen von persönlichen und politischen Freiheiten angekündigt haben, um dann mit jeder neuen Welle das Gegenteil zu tun.

Inhaltliche Kritik ist und bleibt immer legitim. Sie gehört zum demokratischen Diskurs. Doch von einer „Weltregierung“ zu fabulieren, die einen „Bevölkerungsaustausch“ vorbereitet. Oder von einer „Pharmalobby“ zu sprechen, die für die Pandemie verantwortlich ist, das hat nichts mit echter Maßnahmenkritik zu tun. Die Querdenken-Bewegung geht nicht für ein besseres Gesundheitssystem auf die Straße oder für eine finanzielle Entlastung der Menschen, die in der Pandemie so viel verloren haben. Ihr vermeintlicher Protest für die Freiheitsrechte aller ist letztlich ein Protest für das eigene Recht, sich so zu verhalten, wie man gerade will. Die Demonstrationen denken nicht quer, sie denken egoman.

Lasst uns daher gemeinsam ein Zeichen gegen Rechts setzen. Für eine solidarische Gesellschaft heißt es: Mitdenken. Mitfühlen. Mit Abstand. Mit Impfung.

 Ansprechpartner*Innen: Franziska B. und Pawel B.

Teilnahmebedingungen für die Menschenkette:
– mindestens OP-Maske oder FFP-2-Maske (empfohlen !!)
– Mindestabstand 1,50m (Schal/Tuch mitbringen)
– bei Erkältungssymptomen bitte zuhause bleiben

 Ansprechpartner*Innen: Franziska B. und Pawel B.

Karlsruhe – Hand in Hand Menschenkette am 17. Jan. 2022

Karlsruhe – Hand in Hand

gegen Verschwörungsmythen und Rechte Hetze

Mitdenken. Mitfühlen. Mit Maske. Mit Impfung

Wir wollen den von Rechten inszenierten Aufmärschen nicht tatenlos zusehen und werden am Montag, den 17. Januar 2022 ab 17:45 Uhr als Stadtgesellschaft mit einer Menschenkette um den Marktplatz ein Zeichen setzen. Mit Abstand, Mundnasenschutz, mit Schals von Hand zu Hand und Transparenten werden wir den Platz schweigend umrunden und wenn wir genügend Menschen sind, dabei auch das Rathaus miteinschließen.

Wir wollen damit zeigen, dass wir nicht bereit sind, die Angriffe auf unsere demokratische Stadtgesellschaft zu dulden. Karlsruhe musste jüngst wiederholt Aufmärsche ertragen, die nach unseren Erkenntnissen von rechten Kreisen inszeniert und u.a. über den Messenger Telegram beworben werden. Dabei spielten die sogenannten ‚Spaziergänger*innen‘ Katz‘ und Maus mit der Polizei. Es kam bereits zu Übergriffen auf Passant*Innen, Presseleute und Ordnungskräfte.

Die meisten Karlsruher*innen üben seit März 2020 große Solidarität in dieser Corona-Pandemie. Viele unterstützen sich gegenseitig, halten Abstand, tragen Masken, lassen sich impfen und versuchen so, die Gesellschaft bestmöglich vor dem Virus und seinen Auswirkungen zu schützen. Das Personal im Gesundheitswesen arbeitet seit langem über seine Kräfte hinaus. Die Grenzen der Belastung sind dabei längst überschritten.

Wir möchten an diesem Montag an die vielen Haupt- und Ehrenamtlichen erinnern, die sich teilweise über die Belastungsgrenze hinaus verausgaben, sei es in Krankenhäusern, Rettungsdiensten, Pflegeeinrichtungen oder in den Verwaltungen… Wir gedenken der über 800 Todesopfer im Stadt- und Landkreis und der Menschen, die bis heute allein in Karlsruhe unter schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch das Virus leiden.

Unsere Solidarität gilt allen Menschen, die sich während der Pandemie für die Allgemeinheit eingesetzt haben und nach wie vor einsetzen.

Von den von rechten sogenannten ‚Freien Badener‘, Querdenken721 und anderen in der Region angezettelten Aufmärschen sollten sich all jene hüten, denen es um echte Kritik an den Corona-Maßnahmen geht. Kritisches Hinterfragen sollte und muss in einer demokratischen Gesellschaft seinen Platz haben. Wer jedoch mit aggressiven Kräften bei solchen Aufmärschen unterwegs ist, macht sich mitschuldig an den Folgen und gibt der Aggression Auftrieb und Raum. Wer gar „Frieden, Freiheit, keine Diktatur“ in Karlsruhes Straßen skandiert, scheint Anstand und jegliche Relation verloren zu haben, verwechselt Karlsruhe mit den Diktaturen dieser Welt und verharmlost damit das Leid von Millionen Menschen, die unter den Repressionen echter Diktaturen leben und sterben.

Diese aggressiven und provokanten Aufmärsche haben in unserer Stadt nichts verloren. Wer Kritik hat, kann diese auf demokratische Weise einbringen. Wer von Umsturz, Zeitenwende und dem Tag X auf Telegram fabuliert, hat weder Frieden, Freiheit, noch Demokratie im Sinn.

Setzen wir ein Zeichen gegen Hass, Hetze und Gewalt, für Mitdenken und Mitfühlen! Mit Maske! Mit Impfung!

Karlsruhe steht Hand in Hand!

Teilnahmebedingungen für die Menschenkette:
– mindestens OP-Maske oder FFP-2-Maske (empfohlen !!)
– Mindestabstand 1,50m (Schal/Tuch mitbringen)
– bei Erkältungssymptomen bitte zuhause bleiben

Ansprechpartner*Innen: Franziska B. und Jörg Rupp

Kontakt: info@ka-gegen-rechts.de

Ausstellung: Gegen rechten Terror

Am 22. Juli 2021 jährt sich das Attentat auf Utøya zum zehnten Mal. Das Attentat galt dem Nachwuchs der norwegischen Sozialdemokratie und seiner sozialistischen Jugend in der AUF (Arbeidernes Ungdomsfylking). Zuerst ließ der Täter eine Bombe im Osloer Regierungsviertel betonieren und begab sich dann, als Polizist verkleidet auf die Insel Utøya. Zu diesem Zeitpunkt hat auf der Insel ein Sommerzeltlager stattgefunden.

Das Attentat auf Utøya dauerte 72 Minuten an und es wurden 69 junge Menschen ermordet, 39 von ihnen waren 18 Jahre alt und jünger.

Der Anschlag galt nicht dem norwegischen Staat, sondern der norwegischen Sozialdemokratie und ihrer Jugendorganisation AUF. Der Täter hat in seinem 1.500-seitigen Manifest seiner faschistischen Einstellung Ausdruck verliehen.

Rechter Terror wird immer noch als ursächlich in der Radikalisierung von Einzeltätern erkannt und verhindert somit, dass Netzwerke und Zusammenhänge umfassend untersucht und ermittelt werden. Anders Breivik hat an dem 22. Juli 2011 allein auf Utoya das Attentat verübt, doch er war international vernetzt mit anderen Faschist*innen und hat seine Tat lange im Voraus geplant.

Das Bild von rechtem Terror verdichtet sich, wenn man sich damit auseinandersetzt. Allein in den letzten Jahren blicken wir auf Halle, Hanau und Christchurch. Der unaufgeklärte Mord an Oury Jalloh zeigt, wie tief rechte Strukturen in Polizei und Justiz verstrickt sind und dass genau diese Strukturen dafür sorgen, dass Morde an marginalisierten Personen wie geflüchteten und obdachlosen Menschen niemals richtig aufgeklärt und rechte Taten als solche nicht behandelt werden. Besonders die Verstrickungen des NSU mit Polizei und Verfassungsschutz zeigen auf, wie wichtig ein solidarisches Miteinander und die kritische Betrachtung der Fälle und deren Untersuchung durch die staatlichen Institutionen sind, um das Ausmaß des rechten Terrors zu erkennen.

Mit der Ausstellung „Rechter Terror“ soll Material, welches von der SJD-Die Falken zusammengetragen und aufbereitet wurde, zugänglich gemacht und die Kontinuität rechten Terrors sichtbar gemacht werden. Die Ausstellung beleuchtet Einzelschicksale und versucht darzustellen, dass diese doch in einem großen Zusammenhang stehen und rechte Terrorakte keine Einzelfälle sind, sondern systematische Taten. Ebenso soll die Ausstellung ein Gedenken ermöglichen und die Opfer aus der Anonymität holen.

Informationen auch unter https://gegenrechtenterror.de/

 

Kein Schlussstrich – NSU-Komplex auflösen!